Trendwatch - Der etwas andere (Durch-)Blick - oder Humor ist wenn man trotzdem lacht!
 


Ähnlichkeiten
mit bekannten
und lebenden
Personen
sind keineswegs
rein zufällig,
sondern erwünscht ;-)













 
 
Spassturnier


Gemütlich trifft der Sportwart 15 min. vor dem, von ihm festgesetzten Zeitplan am Hüttla ein, um letzte Vorbereitungen zum großen, alljährlichen, zum Zwecke der Versöhnung-und-Verbrüderungs-Ritual-Turnier zu treffen. Treffen tut er dort allerdings erst einmal nur eine zufällig ebenso pünktlich erschienene Amtskollegin, welche hektisch Zentimeter dicke Schichten undefinierbaren Gemisches aus Blütenstaub und Guanohäufchen, von Tischen und Bänken entfernte, um den eintreffenden Teilnehmern und Gästen die schwungvolle, aber dann doch relativ gefahrlose Ablage ihrer Tennisrackets und Sporttaschen zu ermöglichen.
Ein fragender Blick in Richtung Sportwart, wurde mit einem gebrummten Kommentar quittiert: "Wofür hamma eigentlich an Hüttenwart!?"

Unter den, mit sportlichem Elan eintreffenden Interessierten, fand sich alsbald ein testosteron-lastiges Doppel, zufällig aus lauter Herren der legende(ären) Mannschaft der 40er, um sich sogleich, ihrem Alter und ihrer Kondition entsprechend für das anstehende, körperlich durchaus Anstrengung verspechende Turnier, aufzuwärmen. Familien mit Kindern durften natürlich auch Tennis spielen, schließlich waren ja noch 2 Plätze frei.
Letztendlich konnte der Sportwart doch die Aufmerksamkeit der warming-up Fraktion mit wildem Topftrommeln auf sich lenken, und
dem herbeieilenden Publikum den eigentlichen Turnierverlauf erläutern.

Ausgerüstet mit den weichen, farbenfrohen Midcourt-Bällen und nur einem Schläger pro Mixed-Paar, jagten, hieben und fielen nun jeweils 12 Teilnehmer auf 3 Plätzen, mehr oder weniger geordnet, übereinander und über ihre Gegner her! Egal ob männlich oder weiblich, groß oder klein, jung oder alt, hier wurde gelaufen, gestoßen, geworfen - und das nicht nur mit den dafür vorgesehenen Hilfsmitteln! Vorbeiziehende Passanten konnten sich dem Spektakel nicht entziehen und hielten an, um den Grund dieses Geschreis
zu erfahren, welches dann doch kurz darauf in heiterem Gelächter und unter Ableisten humorvoller Bemerkungen sein glückliches Ende fand. In den kurzen Zwischenpausen wurde verbrauchte Energie nachgetankt: entweder in Form von selbst gebackenem Kuchen, kleinen Amerikanern (keine Kanadier!) oder gnadenlos leckeren, mexikanischen Speisen - oder am besten von allem etwas.

Das cool-down Programm, in Form eines national wie international anspruchsvollem Quiz über Tennisangelegenheiten, inklusive abteilungsinterner Scherzfragen, konnte für jeden, der noch die Kraft aufbrachte einen Stift zu halten, zu weiteren, begehrten Punkten und so, dem Siegertreppchen ein bisschen näher kommenden Punktestand, verhelfen. Andere wiederum gaben der Jugend den Vortritt und hielten sich lieber an ihrem Nikotinstängel fest. Nach viel rauchenden Köpfen, Raten, Tüfteln und Debattieren konnte der Sportwart dann zur Auflösung der Rätsel das ein oder andere, erstaunliche Detail präsentieren.

Noch erstaunlicher war dann allerdings das Ergebnis zur Siegerermittlung. Hier traf sich der platzälteste, männliche Teilnehmer, welcher noch in seinem gnadenlosen Ehrgeiz die letzten Schweißtropfen unter seinem Handtuch zu verbergen suchte, mit der attraktivsten, jüngsten, aus Kanada importierten Teilnehmerin, auf einem Treppchen wieder. Eine weitere Teilnehmerin, bekannt als alljährliche Trostpreisempfängerin, wurde wegen Punktegleichstand daneben gestellt und ebenso, wie die anderen beiden, mit einem Hüttengutschein geehrt. (Hey Sportwart, da hast du doch was gedreht, oder?!) Eigentlich unglaublich - mit einem Antrag zum Dopingtest wird noch von eifersüchtigen, sich übergangen gefühlten Teilnehmern gerechnet, ein Bericht an die Mannschaftsführerin, der noch im Siegesrausch leicht dämmring weilenden Mit-Gewinnerin, geschickt.

Zum allgemeinen samma-wiedda-alle-gut-Ausklang trafen dann die mehr oder weniger frisch geduschten Sportlerinnen und Sportler des, mit allen Höhen und Tiefen gespickten Tennisnachmittags, hungrig vor dem Grill ein. Erbarmen hatte, wie schon im letzten Jahr, ein passionierter Grillspezialist, welcher mit einer unnachahmlichen Hingabe und einer äußerst seltenen Affinität zu großer Hitze, und ohne das wertvolle Grillgut ein einziges Mal aus den Augen zu lassen, für herrlich gegartes, leckeres Fleisch sorgte.

Schließlich schwang sich der Abteilungsleiter zu einer Dankeshymne an alle Anwesenden auf, und bedachte Organisatoren gleichermaßen wie die Teilnehmer mit wärmenden Worten. Ungeachtet diverser Zwischenrufe und der gleichzeitig laufenden Wahl zum schlechtest angezogenen Abteilungsleiter des Jahres, hielt er an seiner Rede fest, wohl wissend, dass er in diesem Jahr schon schweren Herzens auf seine Filzpantoffeln verzichtet hatte.

Eine, sich inzwischen herausgebildete Outgroup von später dazugekommenen Gästen der Veranstaltung, und von einigen Teilnehmern vorsichtig beäugten Spezies der undefinierbaren-braunen-Getränke-zu-sich-Nehmer, begnügte sich alsdann - durch tollpatschigen Umgang einer zum Tisch umfunktionierten, da aussortierten Bank - im erfolgreichen Vernichten, vorzugsweise fremder, aber gottlob benutzter Gläser, mit interessantem Inhalt.

Der dann doch noch einsetzende Regen legte seinen gnädig weichzeichnenden, wenn auch für die Jahreszeit zu kalten Schleier, über die illustre Gesellschaft ...